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10 Regeln zur Hundeernährung

Persönliche Theorien zur Hundeernährung

Um die richtige Hundeernährung kreisen viele Mythen. Einige hören sich logisch an, andere sind nur schwer nachvollziehbar. Durch den Einfluss von Hundefutter-Herstellern und Bequemlichkeit haben aber die meisten Hundebesitzer ihre eigene Theorie zu dem Thema entwickelt. Du kennst dein Tier schließlich am besten! Was bestimmte Vorlieben angeht, ist das auch vollkommen richtig. In anderen Bereichen lohnt es sich auf den Rat von Experten zu hören. Frei von wirtschaftlichen Interessen beziehen sich die folgenden 10 Regeln auf gesunde und normale entwickelte Tiere.

Ernährt sich von allem

Ein Kaukase Owtscharka (Herdenschutzhund). Dieser Hund kann sich von allem ernähren. Kann autark mehrere Monate bei seiner zu schützenden Herde sein.

Die Grundlagen der Hundeernährung

Um die Regeln zur richtigen Hundeernährung zu verstehen und konsequent umzusetzen, solltest du die Abstammung deines Lieblings im Hinterkopf behalten. Als direkter Nachfahre der Wölfe unterscheidet er sich genetisch nur zu 0,2 % von seinen Ahnen. Der Wolf ernährt sich fast ausschließlich von unverarbeitetem Fleisch und frisst nur notgedrungen pflanzliche Kost. Daher ist auch das Gebiss auf reißen und zerteilen ausgerichtet, für das zermahlen von z.B. Getreide ist es nicht geeignet. Für den domestizierten Haushund gilt das genau so!

BARF als Methode der Hundeernährung

Durch Bequemlichkeit der Halter ging man im Laufe der Zeit zu Fertignahrung über und um die Wirtschaftlichkeit des Hundefutters zu steigern, wurden immer mehr pflanzliche Bestandteile darunter gemischt. Das hat zwar positive Auswirkungen auf den Profit der Hersteller, kommt den Hunden aber nicht zugute. Als Gegenpol dazu ist das barfen entstanden (Auch BARF genannt: Biologisch artgerechte Rohfütterung). Diese Bewegung beruht auf einer grundsätzlichen Einstellung zur Ernährung, ähnlich wie bei Clean-Eatern oder Vegetariern. Allerdings befürworten Barfer das ausschließliche Füttern von frischem, unverarbeitetem Fleisch. Dahinter verbirgt sich das Bestreben nach einer natürlichen Ernährung, die der Art des Tieres entspricht. Auch andere Fleischfresser wie z.B. Katzen werden auf diese Weise ernährt. Die wichtigsten Argumenten dafür sind:

  • Kenntnis von sämtlichen Bestandteilen
  • Kautrieb wird besser befriedigt
  • geringeres Risiko für Hundefutter-Allergien
  • Entgegenwirken von gesundheitlichen Problemen (Magen-Darm-Probleme, Hauterkrankungen, Nieren- und Harnwegsinfekte etc.)

Gegen die Hundeernährung mit BARF

Das ruft natürlich die großen Konzerne von Hundefutter auf den Plan, die durch ihre fehlende Transparenz bei der Verarbeitung und durch den steigenden Anteil pflanzlicher Zusätze diese Bewegung überhaupt erst ausgelöst haben. Aber auch einige Tiermediziner finden sich unter den Gegnern der Theorie. Sie machen sich die englische Bedeutung von to barf zunutze, was soviel wie sich übergeben bedeutet. Es werden folgende Bedenken angeführt:

  • Gefahr der Unterernährung durch fehlende Nährstoffe
  • detaillierte Kenntnisse aus der Futtermittelkunde nötig für die Zusammenstellung
  • falsche Anwendung kann gesundheitliche Probleme auslösen (Magen-Darm-Probleme, Durchfall, Verstopfung, Zahnbrüche etc.)
  • Gefahr der Übertragung von Krankheiten (Toxoplasmose, Neosporose, Pseudowut, Ansteckung der Umwelt durch Salmonellen etc.)

Am besten für die Hundeernährung geeignet, ist ein Kompromiss zwischen den beiden Ansichten. Fleischbasiertes Trockenfutter ohne unnötige Füllstoffe kannst du in den meisten Futtermittel-Läden erwerben. Mit der gelegentlichen Fütterung von Frischfleisch wirst du allen Bedürfnissen deines Tieres gerecht. Alle Speisen deines Hundes sollten immer zuckerfrei sein!

Regeln zur Hunde-Ernährung

© pixabay.com

10 Regeln für die ideale Hundeernährung

Regel 1: Ausgewachsene Hunde täglich einmal füttern

Ab dem Alter von ungefähr einem halben Jahr ändern sich die Vorgaben für die Hundeernährung. Dein Liebling ist ausgewachsen und die Fütterung einmal am Tag ist vollkommen ausreichend. Nutze dafür das fleischbasierte Trockenfutter. Dazu sollte es immer etwas zu Trinken geben. Ein zusätzlicher, kleiner Snack wie z.B. ein Leckerlie ist erlaubt. Möchtest du die Zwischenmahlzeit regelmäßig anbieten, solltest du aber auf fleischbasierte, getreide-, soja- und glutenfreie Alternativen zurückgreifen.

Regel 2: Hundeernährung auf das Alter ausrichten

Welpen, die jünger als zwei Monate sind, erhalten sechs Portionen täglich. Danach werden die Mahlzeiten langsam auf vier reduziert. Schafft das junge Tier nicht seinen Napf leer zu fressen, solltest du die Reste entfernen. Achte auf regelmäßige Fütterungszeiten! Mit drei bis vier Monaten kannst du die Rationen weiter verringern auf zwei Mal täglich. Achte darauf wie viel dein kleiner Liebling frisst und passe die Menge des Futters im Napf daran an.

Regel 3: Regelmäßig füttern

Regelmäßiges Füttern ist sowohl für Besitzer als auch für Hunde besser. Der Organismus kann sich darauf einstellen und erleichtert so die Verdauung. Die Routine im Alltag sorgt außerdem für ein ausgeglichenes Wesen der Hunde und die gefürchtete Überfütterung wird vermieden.

Regel 4: Mittags ist die beste Zeit

Idealerweise wird in der Mittagszeit gefüttert, wenn auch du deine Mahlzeit einnimmst. Ein großer Vorteil: dein Hund ist abgelenkt und bettelt nicht am Tisch. Gib Ihm nur soviel, wie er normalerweise auf bekommt. Falls dennoch etwas übrig bleibt, werden die Reste entfernt sobald sich dein Hund vom Napf abwendet.

Regel 5: Abwechslung im Geschmack

Bei der Hundeernährung solltest du weder zwischen Nass- und Trockenfutter noch den Hersteller wechseln. Die unterschiedliche Zusammenstellung der Inhalte können bei deinem Vierbeiener zu Verdauungsproblemen führen. Innerhalb des selben Herstellers kann aber durchaus die Geschmacks-Sorte verändert werden. Auch das Mischen von verschiedenen Geschmacksrichtungen ist bedenkenlos möglich.

Regel 6: Die Dosierung des Hundefutters kann nur individuell erfolgen

Die richtige Dosierung des Hundefutters ist bei jedem Hund anders. Sie richtet sich nach vielen Faktoren: Das Alter, Größe bzw. Gewicht, Rasse und Aktivität deines Hundes sollten dabei mit einbezogen werden. Auch Veränderungen im Fell, der Fettschicht oder der Verdauung können wichtige Indikatoren sein. Richte dich auch danach, wie viel dein Hund normalerweise frisst. Reste werden entfernt und scheint deine Liebling noch hungrig zu sein, darf auch nachportioniert werden.

Regel 7: Hygienisch und mit der richtigen Temperatur füttern

Speziell rohes Fleisch und Nassfutter darf nicht zu kalt oder warm sein, in Zimmertemperatur verträgt dein Hund sie am besten. Ein weiteres Problem bei diesen Formen der Fütterung ist die Hygiene. Bei der Zubereitung zu Hause können schnell Keime oder Bakterien entstehen. Das fleischbasierte Trockenfutter hingegen ist immer richtig temperiert und ohne Nässe können sich weder Bakterien noch Keime ansiedeln.

Regel 8: Das richtige Getränk

Deinem Hund solltest du ausschließlich frisches Wasser zu trinken geben. Weder Kohlensäure noch andere für den Menschen gedachte Getränke dürfen verabreicht werden. Das frische Wasser deinem Liebling am besten immer zur Verfügung stellen. Trockenfutter enthält nur zu 10% Feuchtigkeit, dementsprechend mehr sollte getrunken werden.

Regel 9: Gönne deinem Hund Ruhe bei der Verdauung

Nach dem Fressen benötigt dein Hund Ruhe für die Verdauung. Spaziergänge und andere Aktivitäten sollten deshalb auf später verschoben werden! Dann werden die einzelnen Vitamine, Nähr- und Mineralstoffe besser von dem Organismus aufgenommen. Außerdem fördert die Ruhepause ein ausgeglichenes Wesen deines Hundes.

Regel 10: Regelmäßig fasten

Am wöchentlichen Fastentag sollte dein Hund gar nichts zu fressen bekommen. Das wird ihn nicht weiter stören, als jagender Wolf ist man auch nicht immer erfolgreich. Das Fasten entspricht also der Natur deines Hundes. Unnötige Reserven werden so abgebaut. Auch wenn das Tier von sich aus auf eine Mahlzeit verzichtet, ist noch keine Sorge angebracht. Wird die Nahrungsaufnahme aber weiter verweigert oder ist ungewöhnlich gering, solltest du den Tierarzt aufsuchen.

Die optimale Hundeernährung

Für eine artgerechte, gesunde und abwechslungsreiche Hundeernährung müssen alle der o.g. Regeln befolgt werden. Besonders für Vierbeiner, die in der Wohnung leben, ist Trockenfutter die hygienischste einfachste Lösung. Mit fleischbasierten Produkten ohne Getreide oder anderen pflanzlichen Zusätzen wird auch der Gesundheit des Tieres Rechnung getragen. Wenn du das Fressverhalten deines Hundes genau beobachtest, wirst du auch schnell seine Vorlieben für verschiedene Geschmacksrichtungen entdecken. Bei allen Versuchen, dich von anderen Methoden der Hundeernährung zu überzeugen, solltest du im Hinterkopf haben: Dein Hund ist zu 98.8% ein Wolf und nur zu 0,2% ein Haustier.

10 Regeln zur Hundeernährung
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